So dies und das und auch jenes

Star Wars Kino – Teil 5: TL Sub

2. März 2022

Auch wenn die beiden Atlas mit dem TIW 400 schon ein gewaltiges Bassfundament liefern, kam gerade bei Filmen der Wunsch nach einem deutlich tieferen Bass auf. Gemeint ist ein Bass, den man weniger hört, sondern mehr fühlt, der das Sofa bewegt. Schon vor Jahren hatte Visaton einen TL Sub (Transmissionline Subwoofer) im Programm. Bestückt wurde der mit einem TIW 400 und einem TIW 360. Die damalige Version fand ich zu aufwändig für den Nachbau, so dass ich es gelassen habe. Nachdem die beiden Lautsprecher aus dem Visaton Programm genommen wurden, hat Visaton mit dem TL Sub 30 mit zwei TIW 300 nachgelegt. Auch dieser hat zwei Transmissionlines. Ende 2012 wurde eine neue Version vorgestellt, der TL Sub MK II. Dieser besteht aus nur einer Transmissionline und bot sich für den Nachbau an. Der Aufbau war relativ einfach. Eigentlich ist der TL Sub nur ein recht großer Kasten mit einem leicht schrägen Mittelbrett, dass die Transmissionline von über 4m bildet. Das Gewicht von rund 80kg ohne die beiden TIW 300 und die Größe des Gehäuses sind die eigentlichen Herausforderungen beim Bau gewesen. Das Gehäuse muss nicht gedämmt werden und eine Weiche ist ebenfalls nicht notwendig, da diese bereits in dem geplanten Reckhorn Subwooferverstärker A-409 enthalten ist.

Lautsprecherausschnitte

Im ersten Schritt habe ich die beiden TIW 300 bündig in die Front eingelassen. Ich habe mich dazu entschlossen, diese Fräsungen vor dem Zusammenbau durchzuführen, da ich noch nie Lautsprecherausschnitte gefräst habe und ich es vermeiden wollte, die fertige Box wieder zu zersägen, falls mir dieser Arbeitsschritt nicht gelingen sollte. Dass da einiges schief gehen kann, zeigt die Fräsung des Lautsprecherterminals, das ich in die Rückseite eingelassen habe. Die vier Bilder links und rechts zeigen die Arbeitsschritte und sind hoffentlich selbsterklärend. Der TIW 300 hat einen Korbrand mit einer Dicke von 6mm und einer Breite von rund 20mm, also musste hier zuerst ein 20mm breiter Rand mit einer Tiefe von 6mm als Auflagefläche für den Korb gefräst werden. Die exakte Frästiefe habe ich mit dem Tiefenanschlag und einem 6mm Bohrer eingestellt. Erst danach durfte der Ausschnitt komplett für den Lautsprecher ausgefräst werden. Hierbei habe ich zwei Stellen stehen gelassen, damit ich für den Fräszirkel noch die Mittenbohrung als Führung und genügend Auflage hatte um die restlichen Bereiche durchzufräsen. Die beiden Stege habe ich anschließend mit einer Säge durchtrennt und beigeschliffen.
Das letzte Bild links zeigt die Höhe des TL Subs im Vergleich zur Kellertür dahinter.
Nachdem die Lautsprecheröffnungen in der Front jetzt fertig gefräst waren, konnte die eigentlich „Kiste“ gebaut werden.

Gehäusebau

Die einzelnen Bretter hatte ich nach Visaton Vorgabe im Baumarkt aus 19mm MDF zurecht sägen lassen. Nicht übernommen habe ich den 20mm Überstand des Gehäuses nach vorne über die Lautsprecher hinaus. Ob das als Tragehilfe oder zur Befestigung eines Spannrahmens gedacht ist oder überhaupt keinen Sinn hat, weiß ich nicht. Mir hat es optisch nicht gefallen und ich habe den Überstand weggelassen.
Damit das Gehäuse stabiler und nicht nur vom Holzleim zusammengehalten wird, habe ich zusätzlich Flachdübel für die Verbindungen verwendet. Das Bild rechts zeigt das Gehäuse einfach nur mit den Flachdübeln zusammengesteckt, um zu sehen, ob alles passt. Es passt.
Als nächstes musste das innere Trennbrett eingepasst werden. Dies wird in einem Winkel von 88 Grad ausgerichtet, so dass am Ende des Trennbretts die Abstände von der linken und rechten Seitenwand identisch sind. Die notwendigen Maße gibt Visaton vor. Links sieht man das Ergebnis, die Lage des Trennbretts habe ich angezeichnet, dann die Flachdübel gefräst, zumindest unten. Für die Verbindung zum Deckel habe ich keine Flachdübel vorgesehen, da ich nicht wusste, wie ich das zuverlässig ausrichten sollte, damit alles passt. Das Trennbrett ist auch ca. 5mm höher, als es eigentlich sein müsste. In einem späteren Arbeitsschritt wird das bündig mit den beiden Außenbrettern gefräst, so dass alle drei Bretter exakt gleich hoch sind und der Deckel, eigentlich die Seitenwand, perfekt aufliegt. Um das Trennbrett wirklich senkrecht verleimen zu können, habe ich die seitlichen Versteifungen zwischen Trennbrett und Seitenwand eingeklemmt und das Trennbrett mit einem Winkel exakt im 90 Grad Winkel ausgerichtet. Anschließend wurde alles mit Zwingen und Holzzulagen festgespannt. Das Trennbrett zeigt, genau wie die Versteifungen, eine abgerundete Kante. Das soll später im Betrieb Strömungsgeräusche der Luft verhindern oder zumindest minimieren. Jetzt konnten die vertikalen Versteifungen (der Sub TL liegt) eingeleimt werden. Bei diesen habe ich die Seite zum Trennbrett an der Kreissäge mit einem Winkel von 2 Grad gesägt. Die Seiten habe ich mit Schraubzwingen auf das richtige Maß gebracht, so konnte ich die Versteifungen richtig zwischen Seitenwand und Trennbrett pressen ohne dass sich die Seiten nach außen drücken. Damit die Versteifungen auch mittig sitzen, habe ich sie mit einer Plastikkiste und Abstandsbrettern auf die richtige Höhe gebracht. Am Trennbrett wurden sie zusätzlich verschraubt.
An dieser Stelle habe ich dann beim Zusammenbau einen Fehler gemacht und die horizontalen Versteifungen bereits mit Holzdübeln eingeklebt. Leider habe ich nicht beachtet, dass ich mit der Oberfräse noch das Trennbrett bündig zu den Seiten fräsen musste, was kaum möglich ist, wenn die horizontalen Versteifungen, die ebenfalls ca. 5mm höher als notwendig sind, bereits vorhanden sind. Also habe ich die alle wieder mit einem Multitool und passendem Sägeblatt bündig zum Boden abgesägt, die überstehenden Holzdübel plan gehobelt, die sind mittig noch zu erkennen, und den Boden anschließend wieder glatt geschliffen. Die Bretter für die horizontale Versteifung musste ich dann neu kaufen.
Um das Trennbrett bündig zu den Seiten fräsen zu können, habe ich die Oberfräse mit einem dicken Rest Multiplex verschraubt. Anschließend habe ich in das Brett die Aussparung für einen 20 mm Nutfräser gefräst und unten eine Nut von ca. 8mm, damit da der Überstand des Trennbretts durch passt, während das Brett links und rechts auf den Seiten aufliegt. Ich hoffe, das Foto links zeigt es ganz gut. Diese Konstruktion habe ich dann auf eine ebene Oberfläche gestellt und den Fräser bis zum Boden abgesenkt. Mit dieser Einstellung der Oberfräse bin ich dann über das Trennbrett gefahren und habe den Überstand plan gefräst. Die Wasserwage zeigt, dass das ganz gut gelungen ist. Rechts auf dem Bild sieht man alle Versteifungen eingeklebt und bündig mit den Seiten gefräst. Man kann auch die mit Heißkleber gesicherte Verkabelung der beiden Lautsprecher sehen. Und leider oben links auch eine Holzleiste, die da eigentlich nicht hingehört. Hier habe ich nach dem Verleimen einen kleinen Spalt gesehen, den ich zwar von außen mit Sägemehl und Holzleim geschlossen habe, zur Sicherheit habe ich innen aber noch eine Leiste eingeleimt, damit der Spalt auch auf jeden Fall geschlossen ist. Damit ist das Gehäuse eigentlich fertig und es kann die zweite Seite montiert werden. Die Flachdübel hatte ich ja schon gefräst. Das Trennbrett und die horizontalen Versteifungen werden weder mit Flachdübeln noch mit Holzdübeln montiert. Zum verkleben der zweiten Seite mit dem Trennbrett und den Versteifungen habe ich PU Leim verwendet. Dieser quillt etwas auf und dichtet so kleine Unebenheiten ab. Ansonsten habe ich normalen Holzleim verwendet. Nachdem die zweite Seite aufgelegt und mit den Flachdübeln passend ausgerichtet war, musste das ganze zusammengepresst werden. Hier helfen nur viele Zwingen und alles, was schwer ist, um den notwendigen Druck aufzubauen. Das Gehäuse lag bereits für den ganzen Zusammenbau auf dicken Vierkanthölzern, so dass genügend Abstand vom Boden gegeben war, um die Zwingen anzusetzen. Man sieht, dass der Holzleim ausgetreten ist. Dieser muss nach dem Antrocknen abgewischt werden. Das geht so leichter, als wenn er durchgetrocknet ist.
Im Abschnitt Lautsprecherausschnitte hatte ich ja gesagt, dass ich die Lautsprecherausschnitte lieber vor dem Zusammenbau gefräst habe. Rechts sieht man den Grund. Beim Ausfräsen des Lautsprecherterminals habe ich den Fräser nicht komplett nach oben gehoben, so dass mir der sich drehende Fräser eine Macke ins Holz gefräst hat. Zum Glück ist das hinten und nachdem ich die Macke beigespachtelt habe, sieht man es nach dem Lackieren kaum noch. Eine solche Macke vorne im Sichtbereich hätte mich bei dem fertigen Lautsprecher maßlos geärgert. Mit einem Bündigfräser habe ich dann die Kanten bündig gefräst, danach wurde die ganze Box geschliffen und als letzter Schritt vor dem Lackieren wurden die Kanten etwas abgerundet. Das Ergebnis kann man auf dem linken Bild sehen.

Lackierung

Die Lackierung erfolgte wieder mit Warnex Strukturlack schwarz. Mir gefällt die Farbe für Lautsprecher einfach, auch wenn die 1kg Dose um die 24 EUR kostet. Die Verarbeitung erfolgt mit einer kurzflorige Malerrolle, eine Schaumstoffrollen habe ich nicht verwendet, da die Blasen auf der Oberfläche erzeugt, die man zwar durch mehrmaliges Überrollen wegbekommt, aber die Arbeit kann man sich bei Verwendung einer kurzflorigen Rolle sparen. Wie man links vielleicht erkennen kann, ist der Fehler beim Einfräsen des Lautsprecherterminals nicht mehr zu erkennen. Wenn man genau hinsieht, erkennt man die Stoßkanten des Gehäuses. Ich habe die einzelnen MDF Bretter ja nur stumpf verleimt und nicht auf Gehrung gesägt und dann verleimt. Man hätte die Stoßkanten auch erst spachteln oder grundieren können, vielleicht hätte man die dann noch weniger gesehen, aber ich bin eigentlich zufrieden mit dem Ergebnis. Und wie schon gesagt, im Kino ist es meistens dunkel. Rechts sieht man einen Teil des Gehäuses mit montiertem TIW 300. Man kann die Struktur des Lacks sehr schön erkennen.

Anti-Mode

Zur Anpassung des TL Subs an die akustischen Eigenheiten des Kellers habe ich ein DSPeaker Anti-Mode 8033 s-II gekauft. Dieses misst den Subwoofer automatisch ein und versucht Raummoden zu reduzieren. Hierzu werden mehrfach die Frequenzbereiche ab ca. 16Hz bis 250Hz durchlaufen und das Gerät kalibriert die Ausgabe des Subwoofers. Hierbei sollte der Verstärker nicht zu weit aufgedreht werden, da die Bassdurchläufe beim TL Sub sehr heftig sind und wirklich die Wände wackeln. Auch die Nachbarn dürfte eine reduzierte Lautstärke während der Sweeps freuen.

Fazit

Die Arbeit, sich so ein Monster fürs Kino zu bauen, hat sich auf jeden Fall gelohnt, vorausgesetzt der Film bietet auch die passende Tonspur an.
Weniger geeignet finde ich den TL Sub zum Musik hören, aber da habe ich noch eine Idee für die beiden TIW 400, die noch ungenutzt im Keller liegen.

…to be continued.

Star Wars Kino – Teil 1: Der Keller
Star Wars Kino – Teil 2: Trennwand
Star Wars Kino – Teil 3: Deckenfries
Star Wars Kino – Teil 4: alles wird schwarz

Kategorie Haus und Garten, Star Wars Kino

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