so dies und das und auch jenes

Werkbank selber gebaut – Teil 3: das Gestell

3. April 2016

gestell_fertigSo wie links auf dem Bild soll es also mal aussehen, das Gestell meiner Werkbank. Das Material ist Buche Kantholz in der Stärke 8x8cm. Nicht zu sehen sind die Längsschwingen, auf die dann noch der Boden mit den Schubladen kommen soll.
Jeweils zwei der vier Gestellfüße sollen mit Schlitz und Zapfen mit jeweils einem der beiden Fußbalken verbunden werden. Hierbei werden die Schlitze in die Fußbalken gestemmt und die Zapfen sollen aus den Gestellfüßen herausgearbeitet werden.
Die Längsschwingen werden ebenfalls mit Schlitz und Zapfen mit den Fußbalken verbunden. Wobei die Schlitze hier in die Fußbalken gestemmt werden und die Längsschwingen an den Enden jeweils den Zapfen bekommen.
tascheNun habe ich bis jetzt noch nie Schlitz und Zapfen-Verbindungen hergestellt, hatte also erstens nicht das richtige Werkzeug dazu und zweitens jede Menge Möglichkeiten Fehler zu machen, die ich natürlich auch genutzt habe.
Im ersten Schritt muss die Position des Schlitzes angezeichnet werden. Ich habe hierzu ein Streichmaß mit einem Messer verwendet, so dass direkt die oberen Holzfaser durchtrennt wurden. Den Bereich, der ausgestemmt werden muss, habe ich mit Bleistift markiert. Alle anderen Markierungen, die später wieder entfernt werden sollten, habe ich ebenfalls nur mit Bleistift angezeichnet.
Ich hatte noch zwei Stechbeitel von meinem Vater, die mindestens 40 Jahre alt sein müssen und die ich als Kind gerne als „Wurfmesser“ verwendet habe. Dementsprechend sah auch die Schneide aus. Natürlich hatte ich auch keinen Schleifstein um die Klingen wieder scharf und mackenfrei zu beikommen. Also musste auch das Werkzeug erst einmal gekauft werden. Mit dem richtigen Schleifstein und etwas Geduld habe ich die Stechbeitel aber wieder richtig scharf bekommen um damit die Taschen auszuarbeiten. Da sich zur damaligen Zeit auch kein Schreinerklüpfel in meinem Besitz befunden hat, habe ich ein altes Stück Dachlatte zum Schlagen verwendet. Weist das Holz zu viele Macken und Einkerbungen vom Schlagen auf, so sollte man es tauschen, bevor es durch die Wucht der Schläge zerbricht und unkontrolliert davon fliegt. Das ist mir zum Glück nicht passiert.
tasche1Damit ich die Taschen nicht in voller Breite und Tiefe nur mit dem Stemmeisen herausarbeiten musste, habe ich mit einem Flachfräsbohrer in Taschenbreite vorgearbeitet. Leider besitzt dieser eine relativ lange Spitze, so dass man entweder bis zur endgültigen Tiefe bohren kann, dann aber darüber hinaus Löcher tasche2 von der Spitze im Holz hat oder man bohrt nur so tief, dass die Spitze auf der richtigen Tiefe sitzt, man dafür aber um so mehr Holt mit dem Beitel abtragen muss.Ich habe mich bei den ersten Taschen für die letztere Variante entschieden und habe das Holz herausgearbeitet.
tasche3Nach der zweiten Tasche habe ich einen Forstnerbohrer in der passenden Breite gekauft. Dieser hat eine deutlich kürzere Spitze, so dass ich tiefer bohren konnte ohne dass ich nach der Ausarbeitung der Tasche noch tiefe Löcher der Bohrerspitze im Holz habe.tasche4Die Seiten habe ich wieder mit dem Stechbeitel bearbeitet und den Boden bis zur gewünschten Tiefe ausgekratzt.
Und hier kommen wir zum nächsten Fehler, den man machen kann. Die Tasche muss nicht genau so lang sein, wie das Holz dick ist. Es ist sinnvoller die Tasche schmaler als die Holzbreite von Längsschwinge und Gestellfuß auszustemmen und entsprechend den Zapfen kleiner zu machen. Dies hat den Vorteil, dass man unsaubere Ränder bei den Taschen nicht sieht, da sie durch das Holz der Längsschwingen und der Gestellfüße abgedeckt werden. Bei der nächsten Werkbank berücksichtige ich das. 😉
Nachdem alle Taschen fertig waren, kamen die Zapfen an die Reihe.
zapfen1Da der Zapfen in die ausgestemmte Tasche passen muss, wird seitlich so viel Holz abgesägt, bis die Taschentiefe erreicht ist. Wie schon oben erwähnt, wäre es sinnvoller gewesen, Zapfen und Tasche nicht in Balkenbreite herauszuarbeiten, sondern den Zapfen schmaler zu wählen, so dass die Tasche vom Restholz komplett verdeckt wird. Man kann schön sehen, wie das Holz verbrannt ist, was darauf zurückzuführen ist, dass mir auch hier eine passende Säge gefehlt hat. Ich hatte zwar eine Kreissäge zur Verfügung, bei der ließ sich jedoch der Spaltkeit nicht herabsenken, so dass ich damit die Zapfen nicht sägen konnte.zapfen2 Geholfen habe ich mir mit einer Handkreissäge, die ich eigentlich für das Verlegen der Holzfußböden gekauft hatte. Diese hatte aber nicht die benötigte Sägetiefe, so dass ich mit einer Japansäge nacharbeiten musste. Den Längsschnitt habe ich mit einer Stichsäge gemacht. Alles nicht die besten Voraussetzungen für einen sauberen Zapfen. Ich musste auch reichlich mit Simshobel und Stechbeitel nacharbeiten, um halbwegs glatte und winkelige Flächen zu bekommen. Nachdem ich zwei Zapfen fertig hatte, habe ich dann auch gemerkt, dass es einfacher und schneller geht, wenn ich alle vier Gestellfüße zusammenspanne und die Querschnitte mit einem mal über alle vier Balken mache. Keine Ahnung, wie ich das Foto damals aufgenommen habe, aber auf jeden Fall sind die Schnitte nicht schief geworden, auch wenn das Bild irgendwie verzerrt aussieht.
zapfen4Die Taschen und Zapfen der Gestellfüße und Fußbalken werden verleimt. Zusätzlich wollte ich jedoch die Verbindung mit 10mm Bucherundhölzern stabilisieren. Dazu habe ich Gestellfuß und Fußbalken mit einem 10mm Bohrer durchbohrt. Da ich das Gestell auf der umgedreht liegenden Arbeitsplatte zusammengebaut habe, ist der Fußbalken auf dem Foto oben zu sehen. Nachdem beides verleimt wurde, kommen zusätzlich die Rundhölzer in die Bohrlöcher, werden ebenfalls verleimt und dann bündig abgesägt.
fussbalken1Wie man auf der SketchUp Skizze aus Teil 1 erkennen kann, sollten die Fußbalken innen ausgefräst werden, damit der Balken nur an den Enden auf dem Fußboden steht. Wäre der Kellerboden nicht ganz eben, würde die Werkbank so nicht wackeln.
Nachdem ich jedoch so viel Arbeit in das Anfertigen der Zapfen und Taschen gesteckt hatte und ich keine gute Idee hatte, wie ich den Balken sauber ausfräsen oder aussägen sollte, habe ich mich dazu entschlossen, Holzbretter unter die Balkenenden zu leimen um so quasi dasselbe zu erreichen, jedoch ohne Fräsung. Die Bretter sind etwas größer als der Fußbalken und stehen über.
fussbalken2Mit einer Oberfräse und einem Bündigfräser sollte das angeglichen werden. Damals stand mir nur eine Oberfräse mit einem 6mm Spannfutter und entsprechend kleinen Fräsern zur Verfügung. Die Fräsung erfolgte also in zwei Schritten, da der Fräskopf des Fräsers kleiner war, als die Dicke des Brettes. Auch die Qualität konnte nicht wirklich überzeugen, was man zum einen an den Brandflecken sieht und zum anderen daran, dass „Bündig“ was anderes ist, als dieser Fräser produziert hat.fussbalken3Inzwischen steht mir eine Bosch POF 1400 ACE und einige höherwertige Fräser zur Verfügung, mit der ich beispielsweise die Fräsungen für das Werkzeugregal, dessen Baubericht noch kommt, gemacht habe und die diese Mängel nicht zeigt.
Rechts sieht man den Vergleich zwischen einem fertigen Fußbalken mit bündiggefräßtem und geschliffenem Brett und dem Fußbalken mit „nur“ bündiggefräßtem Brett.

…to be continued.

Werkbank selber gebaut – Teil 1: die ersten Ideen
Werkbank selber gebaut – Teil 2: die Arbeitsplatte
Werkbank selber gebaut – Teil 4: die Ablage mit Schubladen

Kategorie Bastelprojekte, Haus und Garten, Werkstatt

2 Kommentare

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