so dies und das und auch jenes

Vintage Computer: Mainboard Collage Teil 2 – Pentium

4. Oktober 2020

Wegen Duke Nukem 3D und der Diashow, die das Spiel auf dem 486er verursacht hat, bin ich also zum Pentium 1 gekommen. Nach einigen Recherchen in diversen Computerzeitschriften, nein, nicht im Internet, das gabs für die Allgemeinheit noch nicht, habe ich mich Anfang 1996 für das Mainboard 5IFM Rev. M101 der Firma Chaintech entschieden. Das Pentium 1 Board war dann auch mein erstes Board, bei dem die CPU in einem ZIF (Zero Insertion Force) Sockel, dem sogenannten Sockel 7, gesteckt wurde und somit problemlos gewechselt werden konnte.
Das Board unterstützt unterschiedliche Spannungen für die CPU und verschiedene Bustakte und Multiplikatoren. Das alles wurde über sogenannte Jumper konfiguriert. Der Takt für den PCI Bus war dabei halb so groß, wie der gewählte Bustakt. Bei einem Takt von 66MHz lief der PCI Bus mit 33MHz. Das war auch der maximale Wert, für den der normale PCI Bus spezifiziert war. Die meisten PCI Karten funktionierten deswegen auch nur mit einem PCI Bus Takt von 33MHz, so dass ein Bustakt von mehr als 66MHz von Intel nie offiziell unterstützt wurde, obwohl der Intel 430HX Chipsatz sogar einen Bustakt von über 80 MHz ermöglicht hat.
Schon damals gab es neben Intel Mitbewerber im CPU Markt, die Sockel 7 kompatible CPUs angeboten haben. Zu diesen Anbietern gehörte die Firma Cyrix, die es heute nicht mehr gibt und natürlich AMD mit dem K6 Prozessor. Die Firma AMD ist ja heute noch im Geschäft und Konkurrent von Intel.
Ein paar Daten zum Chaintech 5IFM Rev. M101:

  • vier 16 Bit ISA Steckplätze
  • vier 32 Bit PCI Steckplätze
  • Mainboard im AT Format
  • Sockel 7 Steckplatz für Pentium 1 und kompatible Prozessoren, wie Cyrix und AMD K6 bis 200MHz
  • 50/55/60 oder 66 MHz Bustakt
  • Intel 82430HX Chipsatz
  • 256KB Level 2 Cache onBoard
  • 256KB Level 2 Cache per Cache Modul nachrüstbar
  • DIN Anschluss für die Tastatur
  • PS2 Anschluss für Maus
  • 4 Banks DRAM EDO Module für max. 256MB, ECC wird unterstützt
  • die wichtigsten Controller sind onBoard

Über die Möglichkeit die Taktfrequenz der CPU aus dem Bustakt und dem Multiplikator zu bilden, konnte die CPU auch problemlos übertaktet werden. So lief ein 100MHz Pentium 1 in der Regel mit einem Takt von 66MHz bei einem Multiplikator von 1,5, also gerundet mit 66+33~100MHz. Durch die Wahl des Multiplikators 2 konnte sie auf 133MHz übertaktet werden. Natürlich kann man den CPU Takt von 100MHz auch mit einem Bustakt von 50MHz und dem Multiplikator 2 erreichen. Jedoch lief der PCI Bus bei 50MHz Bustakt nur mit 25MHz, anstatt mit den üblichen 33MHz.
Dafür konnte man die CPU bei einem Bustakt von 50MHz und einem Multiplikator von 3 vorsichtig bis 150MHz übertakten, was bei einer Erhöhung der CPU Spannung und einem guten Kühler vielleicht noch zu einem stabilen Betrieb des Pentium 100 geführt hat, während der Multiplikator 2,5 bei 66MHz Bus Takt zu einem CPU Takt von 166 MHz geführt hat, was in der Regel nicht mehr stabil lief.
Wer sein System übertakten wollte, hatte hier also schon damals viele Möglichkeiten. Ich bin in der Regel bei einem Bus Takt von 66MHz geblieben und habe die CPU anstatt mit dem Multiplikator 1,5 mit dem Multiplikator 2 betrieben.
Das Board bietet neben dem DIN Anschluss für die Tastatur auch einen PS2 Anschluss, der mit einer passenden Kabelpeitsche mit Slotblende auf die Rückseite des Gehäuses geführt werden konnte. Beim Aufstecken der Kabelpeitsche ist mir irgendwie ein Fehler unterlaufen und die aufgelötete Sicherung ist durchgebrannt. Nachdem ich das mit einem Durchgangsprüfer festgestellt habe, habe ich sie entfernt und durch eine „normale“ Schmelzsicherung ersetzt. Die Reparatur sieht zwar nicht schön aus, hat aber bis zur Ablösung des Boards funktioniert.
Man kann auch den vorbereiteten USB Anschluss erkennen. Bei meiner Boardversion war der jedoch noch nicht aufgelötet.
Je nach Boardversion waren 0KB oder 256KB Level 2 Cache onBoard verbaut. Erweitert werden konnte der Cache in beiden Fällen um weitere 256KB durch ein Cache Modul, so dass maximal 512KB Level 2 Cache verbaut werden konnten.
Das Mainboard hat weiterhin das seit dem 286 bekannte AT Format, sprich es hat an der Rückseite nur einen Tastaturanschluss. Die Schnittstellen wurden als Pfostenstecker onBoard realisiert, die mit Kabelpeitschen auf die Gehäuserückseite gelegt wurden und dort in einer passenden Slotblende mit dem Gehäuse verschraubt wurden. Oft hatte das Gehäuse auch selber Aussparrungen für die seriellen und die parallele Schnittstelle, so dass diese dort verschraubt werden konnten und die Slotblenden frei blieben.
Anders als mein 286e und 486er Board hatte das Chaintech Board auch die beiden IDE (Integrated Drive Electronics) und den Floppycontroller auf dem Board realisiert, so dass man keine zusätzlichen Controllerkarten benötigte.
An jeden der beiden IDE Controller konnte ein Master- und ein Slave Laufwerk angeschlossen werden. Welches Laufwerk Master und welches Slave sein sollte, wurde über Jumper am Laufwerk selber festgelegt. Insgesamt konnten vier Laufwerke angeschlossen werden. Dabei spielte es keine Rolle, ob es sich um Festplatten oder um optische Laufwerke gehandelt hat.
Ende 1996 habe ich mich selbstständig gemacht und begann für einen Kunden unter AutoCAD in AutoLisp zu programmieren. An der Uni hatten wir einen Programmierkurs in Scheme, einem Lisp Dialekt, was mir hier sehr entgegen gekommen ist.
Parallel dazu programmierte ich Word und Access in WordBasic. Bis 1997 war WordBasic die Makroprogrammiersprache der Office Produkte, bevor sie von Visual Basic for Applications (VBA) abgelöst wurde.
Als Betriebssystem nutze ich Windows NT 4.0 Server, was zusammen mit AutoCAD und Office 95/97 problemlos auf einer 1,2GB Festplatte Platz gefunden hat, für aktuelle Produkte undenkbar.
Ca. ein Jahr später, also Ende 1997 oder Anfang 1998 wurde mir das Chaintech Board wieder mal zu klein. Schuld war Access, was bei der Programmierung gerne mal die CPU zu 100% ausgelastet hat, so dass der ganze Rechner sehr langsam wurde. Hierbei war es auch egal, wie schnell die CPU war, sie war immer zu 100% ausgelastet.
Das erste Dual CPU Mainboard musste her.

…to be continued.

Vintage Computer: Mainboard Collage Teil 1 – 286er und 486er

Kategorie Computer, Mainboard Collage, Retro, Vintage Computer

Kommentar schreiben

Hinweis: Kommentare werden freigeschaltet und können verzögert erscheinen. Bitte nicht mehrfach absenden.