so dies und das und auch jenes

SX64 – der tragbare Commodore 64

23. November 2008

SX64

Lange habe ich überlegt, ob ich mir einen kaufen soll und bei den immer noch hohen Preisen bei eBay für ein einigermaßen gut erhaltenes Exemplar auch lange gezögert. Normalerweise gehen die nicht unter 250 EUR weg, teilweise, wenn sie kaum Kratzer haben und sehr gut erhalten sind, auch mal für 400 EUR. Eigentlich auch kein Wunder, wenn man bedenkt, dass weltweit nur ein paar Tausend Exemplare verkauft wurden, der SX64 also nicht annähernd die Verbreitung des „normalen“ C64 hatte.
Doch jetzt hatte ich Glück. Ich konnte einen gut erhaltenen SX64, jedoch ohne Tastaturkabel, zu einem günstigen Kurs erwerben.
Zur Not hätte ich mir das Kabel noch selber gelötet, denn das SX64 Tastaturkabel ist ein 1:1 durchkontaktiertes 25 poliges Kabel, das auf beiden Seiten einen normalen 25 poligen Sub-D Stecker hat. Es wäre also kein Problem gewesen, solche Stecker und auch das Kabel zu bekommen. Das wäre dann zwar nicht original gewesen, aber besser als nichts.
Aber manchmal hat man auch Glück. Bei eBay wurde ein SX64 angeboten, der zwar nicht zu viel mehr, als zum Auschlachten taugte, aber das Gerät hatte noch das original Tastaturkabel und, was mich sehr überrascht hat, die blauen Abdeckkappen, die sehr häufig bei den ansonsten angebotenen Geräten nicht mehr vorhanden sind. Das Gerät konnte ich dann auch kaufen.
Zusammen habe ich für die beiden SX64 weniger bezahlt, als man normalerweise für einen bezahlt. Jetzt habe ich sogar noch ein paar Ersatzteile hier.
Also schnell das Kabel von dem zweiten SX64 an den ersten angeschlossen und den Rechner eingeschaltet.
SX64 innen

Und dann? Nichts! Das Einschaltbild erscheint zwar, aber kein Cursor. Sollte der SX64 beim Transport doch gelitten haben?
Nach einigen Recherchen im Internet, habe ich dann den retten Tipp gefunden. Der SX64 hat eine angesteckte I/O Platine, auf der die CIAs sitzen. Diese kann sich durch Transport oder Erschütterungen lösen.
Also habe ich das Gerät erst einmal aufgeschraubt, die Platinen festgedrückt und einen zweiten Versuch gestartet.
Siehe da, der Cursor blinkt und man kann mit dem SX64 arbeiten. Die Tastatur ist in einem sehr guten Zustand, keine Taste klemmt oder geht schwer, das Kabel von dem zweiten SX64 funktioniert.
So habe ich mir das vorgestellt.
Wieder ein Stück alter Commodore Geschichte mehr in meiner Sammlung.
Ein paar technische Daten:

Erscheinungsjahr 1983
Prozessor MOS Technology 6510, 8 Bit, 0,99 MHz
Speicher
  • RAM: 64 KB
  • ROM: 20 KB
Betriebssystem SX-64 Basic V2.0
Schnittstellen
  • serieller Port (CBM Bus): Floppy-/Druckeranschluss
  • Audio-/Videoport: Monitoranschluss
  • Userport
  • 2 Joystick- oder Mausports
  • Modulschacht
Besonderheiten
  • eingebauter 5″ Farbmonitor
  • eingebaute 5,25″ Floppy
  • eingebautes Netzteil
  • abnehmbare Tastatur mit 66 Tasten, dient als Deckel für das Gehäuse
  • Tragegriff, das Gerät ist trotz der satten 10 kg portabel, hat aber keinen Akku eingebaut

Kategorie Commodore Museum, Computer

3 Kommentare

  1. Hanno schreibt:

    Hi,

    was ist denn von dem Ausschlacht-SX64 noch übrig? Ich hab ein Gerät bekommen, bei dem leider durch einen Transportschaden die Tastatur zertrümmert wurde. Wäre prima, wenn du dafür noch Teile übrig hättest.

  2. udo schreibt:

    Ich fürchte, daraus wird nichts. Teile für den SX 64 sind nicht so leicht und günstig zu bekommen, wie für den normalen C64.
    Ich bin froh, dass ich noch eine funktionsfähige Ersatztastatur mit heilen Verschlusshaken habe.
    Bei einem gewissen Auktionshaus wurden in letzter Zeit einige neue SX 64 Tastaturen verkauft. Vielleicht hast Du da Glück.

  3. Black Blog » Blog Archive » Der Brotkasten wird 30 schreibt:

    […] Optimierungen an der Hauptplatine vorgenommen um bei der Produktion Geld einzusparen. Mit dem SX-64 wurde 1984 sogar eine portable Version des C64 veröffentlicht. Im Jahr 1990 sollte der C64 sogar […]

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