so dies und das und auch jenes

Multiple Use Labor Element…

30. Juli 2011

…oder kurz M.U.L.E. war für mich eines der besten Computerspiele der 8bit Ära.
Es handelt sich hierbei um eine Wirtschaftssimulation, bei der vier Siedler auf dem Planeten IRATA abgesetzt werden, um dort eine Kolonie aufzubauen. IRATA bedeutet rückwärts gelesen nicht nur zufällig ATARI, denn M.U.L.E. wurde von Dan Bunten (Ozark Softscape) zuerst im Mai 1983 für den Atari 800 veröffentlicht und erst im Oktober 1983 für den C64.
Der Erstveröffentlichung auf dem Atari haben wir wohl auch die Möglichkeit mit bis zu 4 realen Spielern parallel zu spielen zu verdanken, denn der Atari 800 hatte 4 Joystickports, während am C64 zwei Spieler teilweise über die Tastatur spielen mussten und nur in ihren Einzelspielphasen auf den Joystick zurück greifen konnten. Alternativ konnte man auch alleine gegen drei Computerspieler spielen.
In sechs (Anfänger) oder zwölf (Standard und Tunier) Runden geht es darum, Ressourcen „anzubauen“, zu kaufen oder zu verkaufen. Zufällige Ereignisse erschweren einem jede Runde oder bringen Vorteile. Manchmal hat ein einzelner Spieler Pech, wenn die Pest gerade sein Grundstück heimsucht, mal haben alle Pech, wenn zum Beispiel durch ein Erdbeben die Bergbauproduktion halbiert wird.
Es gibt aber auch Ereignisse, die zum Vorteil aller sind, wie Solarstürme, die die Energieproduktion ankurbeln oder Erbschaften und Geschenke, mit denen dann aber nur einzelne Spieler zufällig bedacht werden.
Wer Glück hat und durch geschicktes kaufen und verkaufen ein Monopol für einige Ressourcen aufgebaut hat, kann in den nächsten Runden Wucherpreise für seine Waren nehmen, denn Ressourcenmangel führt dazu, dass man in der folgenden Runde gehandicapt ist. Ohne ausreichend Energie bauen die Mules nichts an, gehen die Nahrungsreserven zur Neige, verkürzt sich die Zeit, die ein Spieler für seine Spielrunde zur Verfügung hat.
Gibt es zu wenig Erz, werden keine neuen Mules produziert. Ist der Erzpreis hoch, kosten Mules entsprechend viel Geld. Aber vorsicht, wer zu viel Waren hortet, dem „vergammelt“ sein Überfluss.
Wer am Ende der sechs oder zwölf Runden das größte Vermögen angehäuft hat, gewinnt das Spiel. Schade ist, dass hierbei die sechste oder zwölfte Runde nicht mehr sinnvoll gespielt werden muss, da die Aktionen hier keinen Einfluss mehr auf das Vermögen haben.

Wenn man so darüber nachdenkt, war M.U.L.E. ein recht simpel aufgebautes Spiel. Man musste in jeder Runde die gleichen Aktionen durchführen. Was M.U.L.E. jedoch so faszinierend machte, war der Mehrspielermodus und das Zufallselement, gepaart mit der eigenen Taktik, das jede Partie sehr abwechselungsreich machte.
Dazu kam dann noch die packende Musik von Roy Glover, die für damalige Verhältnisse grandios war.

Auch heute noch spiele ich gerne eine Partie M.U.L.E. unter Vice und wenns etwas moderner sein darf, auch die modernere PC Version Planet M.U.L.E..
Wer über Themen rund um M.U.L.E. auf dem Laufenden bleiben will, sollte sich auf World of M.U.L.E. umsehen.

Dan Bunten, oder Danielle Bunten Berry, wie er nach einer Geschlechtsoperation hieß, war Programmierer einiger der besten Computerspiele, darunter Seven Cities Of Gold und natürlich M.U.L.E. und verstarb am 03.07.1998 an Lungenkrebs.

Kategorie Computer, Retro, Vintage Computer

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